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Produkte und Dienstleistungen für Blinde und Sehbehinderte

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Telefonischer HamburgService

Interview Frau Pia Fritzsche, Telefonagentin HamburgService

Wenn Hanseaten die Behördenrufnummer 115 oder die bekannte Telefonnummer 4 28 28 0 wählen, landen Sie in der zentralen Ansprechstelle zu den Hamburger Behörden. Im telefonischen HamburgService, dem behördenübergreifenden Service-Center der Freien und Hansestadt Hamburg arbeiten 10 Blinde und Sehbehinderte Telefonisten an barrierefreien Arbeitsplätzen. Frau Pia Fritzsche, eine der blinden Mitarbeiterinnen, beantwortet mit ihren blinden und sehenden Kollegen Montags bis Freitags zwischen 7 und 19 Uhr die Fragen der Bürger.

 

Im unterteilten Großraumbüro sind die Blindenarbeitsplätze nicht auf Anhieb von den 'normalen' Arbeitsplätzen zu unterscheiden. Lediglich die Braillezeilen unter oder vor der Tastatur enttarnen den barrierefreien Arbeitsplatz. Frau Fritzsche arbeitet mit einer VarioPro 80 Braillezeile. "Auf der linken Seite sind noch vier zusätzliche Funktionstasten", zeigt die 36 jährige, mit denen sie Befehle auf einen Klick erreichen kann. "Die Braillezeile und der Screenreader COBRA sind mit dem Telefon verbunden. Die Sprach- und die Brailleausgabe gibt die Anrufinformationen aus", beschreibt Frau Fritzsche und nimmt auch gleich das Telefonat entgegen. Das Alcatel-Lucent-Telefon nutzt die Telefonistin über ein Headset. Der Anrufer und die Sprachausgabe des Screenreaders wird über einen Multimediaadapter ins Ohr gemischt, "so werden die anderen Kollegen oder Anrufer nicht durch die Sprachausgabe irritiert", erklärt sie. Das rechte Ohr bleibt für die Umgebungsgeräusche frei.

 

Als Bildschirmausleseprogramm wird COBRA verwendet. Frau Fritzsche, die zuvor mit dem Virgo Screenreader gearbeitet hat und auch JAWS kennt, konnte schnell die Funktionen bedienen. "Mit den zahlreichen Shortcuts kann ich auf die verschiedenen Programme und Funktionen zugreifen", demonstriert sie. "Auch die Schulungsunterlagen kann ich über Excel oder Word einsehen." Auf dem Bildschirm nachvollziehbar öffnen sich abwechselnd Outlook E-Mails und das Verwaltungsprogramm infoSuche von grothcompany, einem langjährigen Entwicklungspartner von Dataport. "So kann ich alle Informationen recherchieren", verabschiedet sich Frau Fritsche und widmet sich dem nächsten Anrufer.

 

"Wir wollen keine gebastelten Lösungen, sondern einen Standard für Blindenarbeitsplätze", betont die Leiterin des HamburgService Frau Jutta Drühmel-Lindig. Zehn Blindenarbeitsplätze sind mit dem COBRA Screenreader ausgestattet. "Bei Bedarf sind die Plätze individuell anpassbar", führt sie fort, "aber das ist kein großer Aufwand." Die blinden Mitarbeiter können alle vorhandenen Programme bedienen und neue Tastenkürzel selbständig erweitern. "Wir haben 90 Mitarbeiter, davon 10 Behinderte", jeder leiste gute Arbeit und könne durch die Hilfsmittel alle Softwareoberflächen sowie die Alcatel-Lucent-Telefonanlage vollständig nutzen, hebt sie hervor. Die Telefonsoftware ist als Plugin im Suchprogramm eingearbeitet. Die Bedienung erfolgt über Tastenbelegungen, so ist das qualifizierte Weitervermitteln sowie kompetente Serviceermittlung reibungslos möglich. Die Arbeitsplätze werden von der Firma Dataport per Fernwartung installiert. "Neue barrierefreie Arbeitsplätze können in kürzester Zeit eingerichtet werden", schließt Frau Drühmel-Lindig ab.

 

Professionelle Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte in Form der VarioPro Braillezeilen in Zusammenspiel mit dem COBRA Screenreader leisten einen wichtigen Beitrag zur optimalen Gestaltung der Arbeitsmittel und der Arbeitsplätze. Bei den täglich über 8000 Anfragen müssen die Telefonagenten mit kurzen Stichworten schnell und sicher die relevanten Dienstleistungen aus der zentralen Datenbank recherchieren. Voraussetzung hierfür ist neben Genauigkeit und Geschwindigkeit, auch eine einfache und blindengerechte Bedienung. Der HamburgService wurde auf dem Weg zum E-Government für den hohen Schwerbehindertenanteil mit dem Integrationspreises ausgezeichnet.


Telefonischer HamburgService

Das sagen unsere Kunden:

"Wir wollen einen Standard

für Blindenarbeitsplätze."

 

Jutta Drühmel-Lindig,

Leiterin HamburgService 

Über den Blindenarbeitsplatz

VarioPro 80

VarioPro Statusmodul

COBRA Screenreader

Anbindung an Alcatel-Lucent-Telefonanlage

Kontakt

Telefon: 06223 4909-0

 

E-Mail: info@baum.de


Frau Fritzsche im Telefongespräch.Der Multimediaadapter mischt den Anruf mit der Sprachausgabe ins Headset.Ein Ohr bleibt frei für die Umgebungsgeräusche.Auf der linken Seite der Braillezeile ist das Statusmodul montiert.Informationsrecherche über die Braillezeile.