Wegweiser für Sehende
Willkommen bei unserem Wegweiser für Sehende. Wenn Sie nicht genau wissen auf was für einer Internetseite Sie gelandet sind oder einfach mal neugierig sind, welche Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte existieren, dann sind Sie auf dieser Seite genau richtig.
Vorab noch eine kurze Bemerkung:
Diese Seite haben wir erstellt, weil es immer noch viele Sehende gibt, die sich nicht vorstellen können wie Sehgeschädigte am PC arbeiten, im Internet surfen, ...
Begriffsdefinition: Wer ist blind und wer ist sehbehindert?
In der Bundesrepublik Deutschland gilt: Wer eine Sehkraft von weniger als 1/50 besitzt ist blind.
Eine hochgradige Sehbehinderung liegt vor, wenn jemand trotz Brille nur 5% oder 1/20 Sehschärfe besitzt.
So arbeiten Blinde und Sehbehinderte am PC
Für Blinde und Sehbehinderte ist die Arbeit am PC und mit dem Internet selbstverständlicher als für manche Sehende. Im Gegensatz dazu, gibt es unter den Sehenden immer noch Leute die der Ansicht sind, daß ein Computer und das Internet unnötig sind.
Für blinde und sehbehinderte Menschen ist der PC und das Internet ein Hilfsmittel, das ihnen Alltagssituationen erleichtert und ihnen mehr Unabhängigkeit bietet: Blinde und Sehbehinderte können mit dem PC und geeigneten Blindenhilfsmitteln eigenständig an Informationen gelangen, z.B. alle maschinengeschriebene bzw. gedruckte Schriftstücke lesen, im Internet eigenständig recherchieren, ...
Wie geht das?
Letztendlich muß man sich nur die Frage stellen: Wie sehen Blinde was auf dem Bildschirm steht?
Die Eingabe, über die PC Tastatur, erfolgt genauso wie bei Sehenden auch. Wenn diese das 10-Finger-System beherrschen, erfolgt die Dateneingabe auch bei Sehenden „blind“.
MERKE: DIE DATENEINGABE IST NICHT DAS PROBLEM!!! Hersteller von Blindenhilfsmitteln müssen sich Gedanken über die DATENAUSGABE machen.
Hier liest Ihnen die Sprachausgabe "Vera" diesen ersten Merksatz vor
Wenn man also den Bildschirminhalt nicht sehen kann, bleiben immer noch die Sinne „Hören“ und „Fühlen“: Mit einer Sprachausgabe kann ein Blinder hören , was auf dem Bildschirm steht, mit einer Ausgabemöglichkeit per Braille (auf einer Braillezeile) kann ein Blinder in der Blinden-Punktschrift den Bildschirminhalt und Bildschirmaufbau erkennen.
Herzstück der Umsetzung für Sehbehinderte und Blinde ist das Programm Virgo.
Es setzt den grafischen Bildschirminhalt von Windows in eine Textversion um. Solch ein Programm nennt man englisch „Screenreader“, zu deutsch also „Bildschirm-Ausleseprogramm“.
Der Bildschirminhalt kann über die Sprachausgabe angehört, auf der Braillezeile in Blindenschrift gelesen oder von stark Sehbehinderten in starker Vergrößerung (bis 48fach) angeschaut werden.
MERKE: Ein Screenreader ist ein Programm, das den grafischen Bildschirminhalt in Text übersetzt. Dieser Text kann auf der Braillezeile gelesen, von der Sprachausgabe vorgelesen und/oder in stark vergrößerter Darstellung angeschaut werden.
FAZIT:
Für die Arbeit am PC haben Blinde einen PC, der sich in nichts von dem PC eines Sehenden unterscheidet. Entsprechende Hardware z.B. Braillezeile und ein Screenreader sind Hilfsmittel, die ein Blinder benötigt um am PC arbeiten zu können. Diese Hilfsmittel geben den Bildschirminhalt in Sprache, Großschrift und/oder Braille aus.
Und wie funktioniert die Bedienung des Programmes? Wie kann ein Blinder mit der Maus umgehen?
Normalerweise benutzt ein Blinder keine Maus, alle Funktionen lassen sich in der Regel auch über die Tastatur ausführen. Anstelle in der Symbolleiste auf das Diskettensymbol zu klicken wird ein Blinder „ALT+D“ für Datei, „S“ für Speichern drücken. Auch kann er/sie sich durch Betätigen der ALT-Taste in das Menü bewegen und dann mit den Cursortasten „herumlaufen“ und bekommt in Großschrift, Sprache und Braille den angesteuerten Menüpunkt angeboten.
Falls dennoch einmal mit der Maus geklickt werden muss, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die verschiedenen Klicks auszuführen.

